Ratgeber · Aufschlag

Aufschlag-Regeln im Tischtennis: Was erlaubt ist

Offene Hand, 16 cm Hochwurf, Ball hinter der Grundlinie: Was beim Aufschlag erlaubt ist.

Redaktion Tischtennisplatte Guideaktualisiert am 30. Oktober 2026So vergleichen wir

Kurz gesagt: Beim Aufschlag liegt der Ball offen auf der ruhig gehaltenen freien Hand. Du wirfst ihn beinahe senkrecht und ohne Drall mindestens 16 cm hoch, lässt ihn herabfallen und schlägst ihn so, dass er zuerst deine, dann die gegnerische Tischhälfte berührt. Bis zum Schlag bleibt der Ball hinter der Grundlinie, über der Tischebene und für den Gegner sichtbar. Im Doppel geht der Aufschlag diagonal von rechts nach rechts.

Inhalt
  1. Der Aufschlag Schritt für Schritt
  2. Häufige Fehler
  3. Let und Netzaufschlag
  4. Aufschlag im Doppel
  5. Aufschlagarten kurz erklärt
  6. Zweifelhafter Aufschlag
  7. Üben
  8. Häufige Fragen

Der Aufschlag ist der einzige Schlag, den du völlig allein bestimmst, und gleichzeitig der Schlag, bei dem im Freizeitspiel am meisten diskutiert wird. Ein Grund: Die Regeln sind strenger, als viele annehmen. Hier steht, was das Regelwerk der ITTF und die deutsche DTTB-Fassung („Internationale Tischtennisregeln A“) im Einzelnen verlangen. Die Nummern in Klammern führen dich zur Primärquelle. Wer noch Schläger und Bälle braucht, findet im Vergleich der Schläger-Sets passende Pakete.

Der Aufschlag Schritt für Schritt

  1. Ausgangsposition: Der Ball ruht frei auf dem Handteller der geöffneten, unbewegten freien Hand (ITTF 2.6.1, DTTB A 6.1). Die Hand ist flach, die Finger sind nicht zur Faust geschlossen.
  2. Hochwurf: Du wirfst den Ball beinahe senkrecht und ohne ihm Drall (Effet) zu geben so hoch, dass er nach dem Verlassen der Hand mindestens 16 cm aufsteigt und ohne etwas zu berühren wieder herabfällt (ITTF 2.6.2, A 6.2).
  3. Freie Hand weg: Sobald der Ball geworfen ist, entfernst du den freien Arm und die freie Hand aus dem Raum zwischen Ball und Netz (A 6.5).
  4. Schlag: Du schlägst den Ball, während er fällt. Er muss zuerst dein eigenes Spielfeld berühren und dann direkt das des Gegners (A 6.3).
  5. Sichtbarkeit: Vom Beginn bis zum Schlag befindet sich der Ball oberhalb der Spielflächenebene und hinter der Grundlinie. Weder du noch dein Doppelpartner dürfen ihn für den Rückschläger verdecken (A 6.4).
AnforderungWert / VorgabeRegel (ITTF / DTTB A)
Ball auf der Handoffene, unbewegte freie Hand2.6.1 / 6.1
Hochwurf, Höhemindestens 16 cm2.6.2 / 6.2
Hochwurf, Richtungbeinahe senkrecht; DTTB: bis 30° zur Senkrechten bei Messung per Review-System2.6.2 / 6.2
Hochwurf, Drallkeiner2.6.2 / 6.2
Position des Ballshinter der Grundlinie, über Tischebene2.6.4 / 6.4
Sicht für den Rückschlägernicht verdeckt2.6.4 / 6.4
Erster Aufpralleigene Hälfte, dann gegnerische Hälfte2.6.3 / 6.3
Doppelrechte Hälfte zu rechter Hälfte2.6.3 / 6.3
Quellen: ITTF-Regelwerk Kapitel 2 und DTTB „Internationale Tischtennisregeln A“. Die Winkelangabe steht nur in der DTTB-Fassung.

Ein hilfreicher Vergleich für den Hochwurf: Ein Tischtennisball hat 40 mm Durchmesser, 16 cm entsprechen also vier übereinander gestapelten Bällen. Das Netz ist 15,25 cm hoch. Als Faustregel: Steigt dein Ball sichtbar über Netzhöhe, liegst du meist im grünen Bereich. Die DTTB-Fassung konkretisiert „beinahe senkrecht“ zusätzlich mit einem Winkel von 30° zur Senkrechten, wenn die Messung durch das Table-Tennis-Review-System erfolgt.

Wichtig ist auch die Verantwortung: Es liegt beim Spieler, so aufzuschlagen, dass Schiedsrichter oder Assistent sicher sein können, dass der Aufschlag regelgerecht ist (A 6.6). Im Freizeitspiel ersetzt der Gegner den Schiedsrichter.

Häufige Fehler beim Aufschlag

Die meisten Fehler sind keine bösen Absichten, sondern Gewohnheiten. Diese Fälle sehen wir am häufigsten:

  • Zu niedriger Hochwurf. Unter 16 cm ist der Aufschlag unzulässig. Gerade beim schnellen Aufschlag wird der Wurf gern zu niedrig.
  • Falsche Ausgangsposition. Der Ball muss frei auf der geöffneten, unbewegten Hand liegen, bevor du ihn wirfst.
  • Ball befindet sich vor der Grundlinie. Der Ball muss bis zum Schlag hinter der Grundlinie bleiben. Wer sich über die Platte beugt, verletzt dies schnell.
  • Ball unter der Tischebene. Der Ball muss die ganze Zeit oberhalb der Spielfläche sein (A 6.4); wer ihn tief neben dem Tisch hält, riskiert einen Fehler.
  • Verdecken des Balls. Mit Oberkörper, Arm oder Kopf darf der Ball für den Gegner nicht verdeckt werden.
  • Freie Hand bleibt im Weg. Hand und Arm müssen aus dem Raum zwischen Ball und Netz verschwinden, sobald der Ball geworfen wurde.
  • Drall beim Hochwurf. Der Ball wird gerade geworfen, nicht mit einer Drehbewegung der Hand angetrieben.
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Let und Netzaufschlag

Berührt der Ball beim Aufschlag die Netzgarnitur, wird der Ballwechsel wiederholt, vorausgesetzt der Aufschlag ist sonst korrekt oder der Ball wird vom Rückschläger aufgehalten (A 9.1.1). Das Let gilt auch, wenn der Rückschläger nicht bereit ist und nicht versucht, den Ball zu schlagen (A 9.1.2). Eine wichtige Klarstellung liefert die DTTB-Regelauslegung: Berührt der Ball nach dem Schlag zuerst das Netz und erst danach die eigene Hälfte des Aufschlägers, ist der Aufschlag fehlerhaft, weil die in A 6.3 festgelegte Reihenfolge (erst eigene, dann gegnerische Hälfte) nicht eingehalten wurde. Der Rückschläger erhält in diesem Fall einen Punkt, ein Let gibt es nicht.

Aufschlag im Doppel

Im Doppel gelten alle Aufschlagregeln, dazu kommt die Diagonalregel: Der Ball muss zuerst die rechte Spielfeldhälfte des Aufschlägers und danach die rechte Hälfte des Rückschlägers berühren (A 6.3). Die Mittellinie ist dabei 3 mm breit und gehört zur rechten Hälfte (A 1.6). Wechselt der Aufschlag, wird der bisherige Rückschläger zum Aufschläger, und der Partner des bisherigen Aufschlägers wird Rückschläger (A 13.5). Die DTTB-Regelauslegung stellt klar, dass Schiedsrichter und Assistent auch entscheiden dürfen, ob der Ball im Doppel die falsche Hälfte berührt hat.

Aufschlagarten kurz erklärt

Alle Aufschlagarten unterliegen denselben Regeln; sie unterscheiden sich im Drall, den der Schläger dem Ball beim Treffen gibt. Die drei Grundtypen für Freizeitspieler:

  • Einfacher Aufschlag ohne viel Drall. Der Ball läuft ohne starke Rotation über das Netz. Sinnvoll zum Einstieg und für lockere Spiele.
  • Unterschnitt-Aufschlag. Der Schläger streicht unter dem Ball entlang; der Ball bekommt Rückwärtsdrall und bremst nach dem Aufprall ab. Der Gegner muss die Rotation beim Rückschlag ausgleichen.
  • Topspin-Aufschlag. Der Ball bekommt Vorwärtsdrall und springt schneller nach vorn.

Wer den Topspin lernen will, findet im Magazin eine Anleitung zum Topspin lernen. Wichtig: Der Drall entsteht erst beim Schlag, nie beim Hochwurf. Diesen musst du ohne Effet ausführen.

Zweifelhafter Aufschlag: Was passiert?

Zweifelt der Schiedsrichter oder sein Assistent an der Regelgerechtigkeit des Aufschlags, kann er beim ersten solchen Fall im Spiel unterbrechen und den Aufschläger verwarnen. Jeder weitere nicht eindeutig regelgerechte Aufschlag dieses Spielers oder seines Doppelpartners wird dann als regelwidrig gewertet (A 6.6.1). Die DTTB-Regelauslegung ergänzt, dass die Verwarnung auch erfolgen kann, wenn im selben Spiel zuvor bereits ein klar falscher Aufschlag aufgetreten ist. In Ausnahmefällen darf der Schiedsrichter die Anforderungen lockern, wenn ein Spieler sie wegen einer körperlichen Beeinträchtigung nicht erfüllen kann (A 6.7); das gilt auch, wenn die Beeinträchtigung erst während des Spiels auftritt.

So übst du einen regelgerechten Aufschlag

Stell dir einen Stapel aus vier Bällen neben die Platte als Höhenreferenz und wirf den Ball so hoch, dass er sichtbar darüber steigt. Filme dich, am besten von der Seite, und prüfe, ob Ball und Hand hinter der Grundlinie bleiben. Lass eine zweite Person darauf achten, ob die freie Hand schnell genug aus dem Weg geht. Die übrigen Spielregeln stehen in Tischtennis-Regeln einfach erklärt, Platte, Grundlinie und Netz misst du mit Hilfe der Maßangaben nach.

Häufige Fragen

Wie hoch muss der Ball beim Aufschlag geworfen werden?

Mindestens 16 cm nach dem Verlassen der freien Hand. Der Ball muss beinahe senkrecht hochgeworfen werden und ohne Drall (ITTF 2.6.2, DTTB A 6.2).

Darf man beim Aufschlag den Ball mit der Faust halten?

Nein. Der Ball ruht offen auf dem geöffneten, ruhig gehaltenen Handteller der freien Hand (A 6.1). Die Hand ist flach, der Ball liegt frei.

Muss der Ball beim Aufschlag hinter der Grundlinie sein?

Ja. Vom Beginn des Aufschlags bis zum Schlag befindet sich der Ball oberhalb der Spielfläche und hinter der Grundlinie des Aufschlägers (A 6.4).

Was passiert, wenn der Ball beim Aufschlag das Netz berührt?

Berührt der Ball beim Aufschlag das Netz und ist der Aufschlag sonst korrekt, wird der Ballwechsel wiederholt (Let, A 9.1.1). Berührt er zuerst das Netz und dann die eigene Hälfte, ist der Aufschlag fehlerhaft.

Wohin muss der Aufschlag im Doppel gehen?

Diagonal: von der rechten Hälfte des Aufschlägers in die rechte Hälfte des Rückschlägers (A 6.3).

Wie oft darf man aufschlagen?

Nach jeweils 2 Punkten wechselt der Aufschlag. Ab 10:10 schlägt jeder Spieler nur noch einen Punkt lang auf (A 13.3).

Fazit

Ein regelgerechter Aufschlag braucht offene Hand, mindestens 16 cm Hochwurf ohne Drall, den Ball hinter der Grundlinie und über der Tischebene und freie Sicht für den Gegner. Im Doppel geht er diagonal. Wer das beachtet, vermeidet Streit und Verwarnungen; die Regelnummern oben führen dich zur Primärquelle. Die anderen Regeln des Spiels erklärt der Artikel zu den Tischtennis-Regeln.

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Quellen

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