Kurz gesagt: Ein Satz geht bis 11 Punkte; steht es 10:10, gewinnt, wer zuerst 2 Punkte Vorsprung hat. Der Aufschlag wechselt nach jeweils 2 Punkten, ab 10:10 nach jedem Punkt. Nach jedem Satz werden die Seiten getauscht. Jeder Ballwechsel, der nicht wiederholt wird, bringt einem Spieler einen Punkt – unabhängig davon, wer aufgeschlagen hat.
Inhalt
Die Regeln sind kürzer, als viele denken: Das offizielle Regelwerk umfasst für den Spielbetrieb nur wenige Seiten. Wir erklären sie hier in der Reihenfolge, in der sie beim Spielen auftauchen, und nennen die Regelnummern aus dem ITTF-Regelwerk und der deutschen DTTB-Fassung („Internationale Tischtennisregeln A“), damit du jede Aussage nachlesen kannst. Wer noch Ausrüstung braucht, findet im Vergleich der Schläger-Sets passende Einsteiger-Pakete.
Zählweise und Aufschlagwechsel
Gezählt wird nach dem Prinzip, dass jeder Ballwechsel einen Punkt bringt, außer er wird als Let wiederholt (DTTB A 10.1). Die Satzregel steht in A 11.1: Der Spieler oder das Doppelpaar, das zuerst 11 Punkte erzielt, gewinnt den Satz. Haben beide 10 Punkte, gewinnt, wer anschließend zuerst 2 Punkte Vorsprung hat. Ein Satz kann also bei 11:9, aber auch bei 14:12 oder 21:19 enden.
Wie viele Sätze ein Spiel hat, ist nicht festgelegt: Ein Spiel besteht laut A 12.1 aus beliebig vielen Gewinnsätzen. Bei Turnieren und Ligaspielen legt die Ausschreibung die Zahl fest, bei Hobbyrunden einigt ihr euch vorab. Das Recht, zwischen Aufschlag, Rückschlag und Seite zu wählen, entscheidet das Los; der Gewinner darf wählen, der andere bekommt die Wahl über das Übrige (A 13.1 und 13.2).
Aufgeschlagen wird in Zweierblöcken. Nach jedem zweiten erzielten Punkt wird der Rückschläger zum Aufschläger (A 13.3). Steht es 10:10, bleibt die Reihenfolge, aber jeder schlägt nur noch einmal auf. Das Muster siehst du in der Tabelle, hier mit Spieler A als erstem Aufschläger.
| Punkte beider Spieler zusammen | Aufschläger | Hinweis |
|---|---|---|
| 0 und 1 | A | A schlägt zweimal auf |
| 2 und 3 | B | Wechsel nach 2 Punkten |
| 4 und 5 | A | – |
| 6 und 7 | B | – |
| 8 und 9 | A | – |
| 10 und 11 | B | – |
| 12 und 13 | A | – |
| 14 und 15 | B | – |
| 16 und 17 | A | – |
| 18 und 19 | B | – |
| 20 (Stand 10:10) und weiter | A, B, A, B … | Ab 10:10 schlägt jeder nur noch einen Punkt lang auf |
Der Aufschlag in Kürze
Der Aufschlag beginnt mit dem Ball frei auf der offenen, ruhig gehaltenen freien Hand. Der Aufschläger wirft ihn beinahe senkrecht und ohne Drall mindestens 16 cm hoch, lässt ihn herabfallen und schlägt ihn so, dass er zuerst das eigene und dann das gegnerische Spielfeld berührt (A 6.1 bis 6.3). Der Ball bleibt dabei hinter der Grundlinie und über der Tischebene und darf nicht verdeckt werden (A 6.4). Alle Details, typische Fehler und die Regelung bei Zweifeln stehen im eigenen Artikel Aufschlag-Regeln.

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Wann gibt es einen Punkt?
Die Regel A 10.1 zählt 15 Fälle auf, in denen ein Spieler einen Punkt erhält. Im Alltag sind diese die wichtigsten:
- Der Gegner macht keinen regelgerechten Aufschlag oder Rückschlag.
- Der Ball landet nach dem Schlag des Gegners nicht auf deiner Spielfläche, sondern verlässt die Platte oder die Grundlinie.
- Der Ball läuft durch das Netz oder zwischen Netz und Pfosten bzw. Spielfläche hindurch.
- Der Gegner hält den Ball auf, bevor er deine Platte berührt hat.
- Der Gegner schlägt den Ball absichtlich zweimal hintereinander.
- Der Gegner bewegt die Platte, berührt das Netz oder stützt sich mit der freien Hand auf der Spielfläche ab.
Zwei Feinheiten sorgen häufig für Streit. Erstens: Die senkrechten Seitenflächen der Platte gehören nicht zur Spielfläche (A 1.2); ein Ball, der nur die Seite trifft, zählt nicht, ein Ball auf der Oberkante schon. Zweitens: Berührt der Ball im laufenden Ballwechsel das Netz und fällt danach auf die gegnerische Seite, wird weitergespielt, nur beim Aufschlag gelten Sonderregeln (siehe Let). Das Abstützen mit der freien Hand auf der Spielfläche ist ein Punktverlust, solange der Ball noch im Spiel ist. Die DTTB-Regelauslegung nennt als Beispiel einen Aufschlag mit Netzberührung: Stützt sich der Rückschläger unmittelbar danach auf der Platte ab, bekommt der Aufschläger den Punkt.
Doppel
Im Doppel gelten dieselben Regeln mit drei Besonderheiten. Der Aufschlag geht diagonal: Der Ball muss zuerst die rechte Spielfeldhälfte des Aufschlägers und dann die rechte Hälfte des Rückschlägers berühren (A 6.3). Die Mittellinie ist 3 mm breit und gilt als Teil der rechten Hälfte (A 1.6). Und es wird in fester Reihenfolge geschlagen: Aufschläger, Rückschläger, Partner des Aufschlägers, Partner des Rückschlägers, danach wieder von vorn (A 8.2). Bei jedem Aufschlagwechsel wird der bisherige Rückschläger zum Aufschläger (A 13.5). Schlägt jemand außerhalb dieser Reihenfolge, bekommt der Gegner den Punkt (A 10.1.12).
Let: Wann wird wiederholt?
Ein Let ist ein Ballwechsel, der nicht gewertet wird (A 5.3). Er wird wiederholt, wenn:
- der Ball beim Aufschlag die Netzgarnitur berührt, der Aufschlag sonst aber korrekt ist oder vom Rückschläger aufgehalten wird (A 9.1.1),
- aufgeschlagen wird, bevor der Rückschläger bereit ist, und er nicht versucht, den Ball zu schlagen (A 9.1.2),
- eine Störung außerhalb der Kontrolle der Spieler eintritt, zum Beispiel ein fremder Ball auf der Spielfläche (A 9.1.3),
- der Schiedsrichter das Spiel unterbricht (A 9.1.4).
Eine Ausnahme beim Netzaufschlag stellt die DTTB-Regelauslegung klar: Berührt der Ball nach dem Schlag zuerst das Netz und erst danach die eigene Hälfte des Aufschlägers, ist der Aufschlag fehlerhaft und der Rückschläger erhält einen Punkt. Ein Let gibt es nur, wenn die Reihenfolge ansonsten stimmt.
Seitenwechsel und Satzpausen
Nach jedem Satz wechseln die Spieler die Seiten (A 13.7). Im letzten möglichen Satz eines Spiels, dem Entscheidungssatz, wechseln sie zusätzlich, sobald einer 5 Punkte erreicht hat. Zwischen zwei Sätzen darf jeder Spieler eine Pause von höchstens einer Minute einlegen, und zum Abtrocknen gibt es kurze Unterbrechungen nach jeweils 6 Punkten (DTTB B 4.4.1). Ein Time-out von bis zu einer Minute kann zwischen zwei Ballwechseln verlangt werden (B 4.4.2); zwei Minuten stehen vor dem Spiel zum Einspielen zur Verfügung (B 4.3.1). Diese Zeiten stammen aus den Bestimmungen für internationale Veranstaltungen und sind im Freizeitspiel Orientierung, kein Muss.
Wechselmethode bei langen Sätzen
Zieht sich ein Satz, greift die Wechselmethode: Sie tritt in Kraft, wenn in einem Satz 10 Minuten gespielt wurden oder wenn beide Spieler es wünschen (A 15.1). Sie gilt nicht, wenn bereits 18 Punkte erzielt wurden (A 15.2). Danach wechselt der Aufschlag nach jedem Punkt, und der Rückschläger gewinnt den Punkt, sobald er 13 regelgerechte Rückschläge geschafft hat (A 15.4).
Freizeitvarianten: Rundlauf & Co.
Im Garten oder in der Schule wird oft nach Hausregeln gespielt. Der Klassiker ist der Rundlauf: In der gängigen Variante laufen mehrere Spieler nach jedem Schlag um die Platte, wer einen Fehler macht, scheidet aus. Die Regeln dafür stehen nicht im offiziellen Regelwerk; Gruppen vereinbaren sie vorab. Eine Erklärung mit Varianten findest du im Magazin unter Rundlauf. Wichtig bleibt, dass ihr die Basisregeln (Netzhöhe, Aufschlag, Zählweise) abstimmt, bevor ihr loslegt; die Maße der Platte und des Netzes findest du in unserem Artikel Tischtennisplatte Maße.
Häufige Fragen
Bis wie viele Punkte wird ein Satz im Tischtennis gespielt?
Bis 11 Punkte. Stehen beide Spieler bei 10:10, gewinnt, wer zuerst 2 Punkte Vorsprung hat (DTTB A 11.1).
Wie oft wird beim Tischtennis aufgeschlagen?
Jeder Spieler schlägt zweimal hintereinander auf, dann wechselt der Aufschlag (A 13.3). Ab 10:10 wechselt der Aufschlag nach jedem Punkt.
Wann wechselt man die Seiten?
Nach jedem Satz. Im Entscheidungssatz zusätzlich, sobald ein Spieler oder Paar 5 Punkte erreicht hat (A 13.7).
Was ist ein Let im Tischtennis?
Ein Let ist ein Ballwechsel, dessen Ausgang nicht gewertet und der wiederholt wird, zum Beispiel wenn der Ball beim Aufschlag das Netz berührt und der Aufschlag sonst korrekt ist (A 9.1.1).
Darf man den Tisch berühren?
Die freie Hand darf die Spielfläche nicht berühren, sonst bekommt der Gegner einen Punkt (A 10.1.11). Auch das Bewegen der Platte und das Berühren des Netzes sind Punktverluste (A 10.1.9 und 10.1.10).
Welche Ballfarben sind erlaubt?
Der Ball ist matt und entweder weiß oder orange. Er hat 40 mm Durchmesser und wiegt 2,7 g (A 3.1 bis 3.3).
Fazit
Tischtennis lässt sich mit wenigen Regeln spielen: Satz bis 11 mit 2 Punkten Vorsprung, Aufschlagwechsel nach 2 Punkten, Seitenwechsel nach jedem Satz und jeder Ballwechsel bringt einen Punkt. Wer die Feinheiten kennt – Seitenkante zählt nicht, Netzberührung beim Aufschlag ist ein Let, Doppel-Aufschlag läuft diagonal –, vermeidet die häufigsten Diskussionen. Die Regelnummern oben führen dich direkt zur Primärquelle.
Auch interessant
Quellen
- ITTF Statutes, Kapitel 2 „The Laws of Table Tennis“ (ITTF-Regelwerk)
- DTTB: Internationale Tischtennisregeln A (Spielregeln, Stand Juli 2026)
- DTTB: Internationale Tischtennisregeln B (Bestimmungen für internationale Veranstaltungen, Stand Juli 2026)
- DTTB: Regelauslegungen für den Bereich des DTTB (Stand März 2026)
- DTTB: Offizielle Regeln (Übersicht)
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