Kurz gesagt: Beim Rundlauf stehen gleich viele Spieler an beiden Schmalseiten, jeder spielt den Ball einmal und läuft auf die andere Seite. Wer einen Fehler macht, scheidet aus; die letzten beiden spielen ein Endspiel. Nach dem Material der Rundlauf-Aktion des Hessischen Tischtennis-Verbands geht es bis 3 Punkte, die Sieger erhalten Sterne.
Inhalt
Ablauf Schritt für Schritt
Die folgende Fassung stammt aus der Rundlauf-Aktion auf der Website des Hessischen Tischtennis-Verbands (httv.de), die für Kinder ausgelegt ist.
- Aufstellen: An beiden Schmalseiten des Tisches stehen gleich viele Spieler hintereinander.
- Aufschlag: Die Seite mit mehr Spielern schlägt auf, bei Gleichstand entscheidet das Los. Der Aufschlag kommt von der rechten Tischecke diagonal: Der Ball springt erst auf der eigenen, dann auf der gegnerischen Hälfte auf.
- Wechseln: Nach dem Schlag läuft der Spieler zur anderen Tischseite und stellt sich hinten an. Die folgenden Spieler spielen den Ball jeweils einmal zurück und wechseln ebenfalls die Seite.
- Ausscheiden: Wer einen Fehler macht, scheidet aus der Runde aus.
- Endspiel: Die letzten zwei Spieler spielen bis 3 Punkte. Das Aufschlagrecht wechselt nach jedem Punkt, der gesamte Tisch darf genutzt werden.
| Platzierung | Sterne |
|---|---|
| Endspielsieger | 3 |
| Endspielverlierer | 2 |
| Zuletzt ausgeschiedener Spieler | 1 |
Die Runde lässt sich beliebig oft wiederholen. Gewinner ist, wer nach den vereinbarten Runden oder nach Ablauf der Zeit die meisten Sterne hat. Ein Lebenssystem kennt diese Fassung nicht; wer in kleinen Gruppen länger spielen möchte, kann es als Hausregel ergänzen.
Was zählt als Fehler?
Für den Rundlauf gelten die normalen Tischtennisregeln sinngemäß. Nach den Regeln des Weltverbands ITTF muss ein Ball so zurückgeschlagen werden, dass er die gegnerische Tischhälfte berührt, direkt oder nach Berühren der Netzgarnitur. Ein Let, also ein Ballwechsel ohne Wertung, entsteht zum Beispiel, wenn ein sonst korrekter Aufschlag das Netz berührt. Legt vor dem Start fest, wie ihr Netzroller und Kantenbälle behandelt; ohne Absprache gibt es schnell Streit. Die vollständigen Regeln findest du im Ratgeber Tischtennis-Regeln.
Varianten für unterschiedliche Gruppen
Der Blog TableTennisCoaching.com stellt in einem Beitrag mehrere Gruppenspiele vor, die du als Rundlauf-Alternativen nutzen kannst. Die Übersicht fasst die wichtigsten zusammen.
| Variante | Regel | Passt für |
|---|---|---|
| Standard-Rundlauf | Fehler führt zum Ausscheiden, Endspiel bis 3 Punkte | Kinder, Schulklassen, Einsteiger |
| Brazilian Teams | Teams in Reihe; Gewinner bleibt am Tisch, Verlierer geht nach hinten; gespielt wird bis 31 oder mehr Punkte | Gruppen ab drei Spielern pro Team |
| Up-Down-Tables | Paare an mehreren Tischen, ein Satz bis 11 ohne Verlängerung; Sieger rücken zu Tisch 1 auf | Vereine mit mehreren Tischen |
| King of the Table | Der „König“ bleibt am Tisch; der Herausforderer muss zwei Punkte in Folge gewinnen | Gemischte Spielstärken |
| Jungle Pong | Der Ball muss vor dem Schlag einmal auf dem Boden aufspringen; wer fehlt, scheidet aus | Spaß-Turniere, Fortgeschrittene |
Der Beitrag nennt außerdem Handicap-Ideen, die du auf den Rundlauf übertragen kannst: mit der anderen Hand oder einem anderen Griff spielen, zu zweit oder zu dritt statt allein am Tisch stehen oder mit Mini-Tischen und Mini-Schlägern spielen. So gleichst du Unterschiede in der Spielstärke aus, ohne dass jemand frustriert zuschaut.
Gruppengröße, Platte und Bälle
Gruppengröße: Die Rundlauf-Aktion legt keine feste Zahl fest, nur dass beide Seiten gleich besetzt sind. Je länger die Schlange, desto weniger Ballkontakte hat jeder. Als Tipp nennt die Aktion, mehrere Tische parallel zu nutzen; ausgeschiedene Spieler dürfen den Tisch wechseln, die Sterne werden addiert. Im Klassenraum reichen laut Aktion notfalls zusammengestellte Schultische mit einer Reihe Bücher als Netz.
Platz: Hinter jeder Schmalseite brauchst du Auslauf, denn die Spieler laufen um die Platte; der Begriff Auslaufzone erklärt das. Table Tennis England rechnet als Mindestmaß für den Spielbereich mit 8 × 4 m bei 3 m Höhe. Bei einem Dutzend Spielern solltest du großzügiger planen, weil sich die Wege kreuzen. Beim Rundlauf rennt jeder ständig um die Platte, deshalb zählt der Boden: Das ITTF-Handbuch verlangt für Wettkämpfe einen nachgiebigen, nicht rutschigen und nicht stark spiegelnden Boden. Glatte Fliesen sind mit Schuhen ohne Profil und verstreuten Bällen eine Stolperfalle. Sammle heruntergefallene Bälle sofort ein oder spiele in Hallenschuhen.
Bälle: Nach dem ITTF-Handbuch hat ein Tischtennisball 40 mm Durchmesser und wiegt 2,7 g. Für Gruppen genügen einfache Trainingsbälle; es gibt Kartons mit 120 Stück (Herstellerangabe). Welche Bälle zu welchem Einsatz passen, zeigt der Vergleich Tischtennisbälle.
Tipps für Spielleiter
- Erkläre Aufschlag und Wechselrichtung vor dem ersten Ball und spiele eine Probe-Runde.
- Lege die Hausregeln für Netz und Kante fest, bevor es Streit gibt.
- Notiere Sterne sichtbar, etwa auf Flipchart oder Tafel, wie es die Rundlauf-Aktion vorschlägt.
- Stelle ein Ersatz-Ball-Depot bereit, damit niemand den Ball suchen muss.
- Mische die Startreihenfolge nach jeder Runde, damit nicht immer dieselben Spieler zuerst ausscheiden.
- Bestimme einen Schiedsrichter, der bei Zweifeln entscheidet; seine Entscheidung gilt ohne Diskussion.
- Passe das Tempo an: Mit Kindern lieber langsame, größere Bälle und kurze Runden.
Als Trainingsform hat der Rundlauf einen Vorteil: Alle bleiben in Bewegung. Das Schweizer Bundesamt für Sport formuliert für Kinderstunden die Faustregel, Übungen so zu gestalten, dass sich die Kinder immer bewegen müssen oder dürfen, und empfiehlt Partnerwechsel und Doppel. Beides lässt sich im Rundlauf umsetzen, wenn du die Reihenfolge der Gruppen zwischendurch mischst und eine Runde im Doppel einschiebst.
Weitere Spielideen für den Garten findest du im Beitrag Gartenspiele für Erwachsene und Kinder, Ideen für den Nachwuchs im Beitrag Tischtennis mit Kindern.
Häufige Fragen
Wie viele Spieler brauche ich für Rundlauf?
Die Rundlauf-Aktion des Hessischen Tischtennis-Verbands nennt keine feste Zahl, nur gleich viele Spieler an beiden Seiten. Als redaktionelle Einschätzung sind zwei bis vier Spieler pro Seite an einem Tisch handhabbar; bei mehr Teilnehmern lohnt ein zweiter Tisch.
Wie wird beim Rundlauf gezählt?
Wer einen Fehler macht, scheidet aus. Die letzten zwei spielen ein Endspiel bis 3 Punkte. Der Sieger erhält 3 Sterne, der Verlierer 2, der zuletzt Ausgeschiedene 1. Gewinner ist, wer nach allen Runden die meisten Sterne hat.
Brauche ich eine echte Tischtennisplatte?
Nein. Die Rundlauf-Aktion nennt als Notlösung zusammengestellte Schultische mit einer Reihe Bücher als Netz. Mit einer richtigen Platte fliegt der Ball aber verlässlicher.
Was passiert, wenn der Aufschlag das Netz berührt?
Nach den ITTF-Regeln ist das ein Let, der Aufschlag wird wiederholt, sofern er sonst korrekt ist. Legt für den Rundlauf trotzdem vorab fest, ob ihr diese Regel übernehmt.
Welche Variante passt für gemischte Spielstärken?
King of the Table und Handicap-Ideen wie die andere Hand eignen sich, weil Stärkere sich selbst bremsen und Schwächere mitspielen können.
Ab welchem Alter lässt sich Rundlauf spielen?
Die Rundlauf-Aktion ist für Kinder konzipiert. Eine feste Altersgrenze nennt sie nicht; das Schweizer Bundesamt für Sport hält Tischtennis in seinem Kindersport-Programm ab dem fünften Lebensjahr für geeignet.
Fazit
Rundlauf braucht kaum Material und eignet sich für Schulklasse, Verein und Gartenparty: gleich viele Spieler pro Seite, ein Schlag pro Durchgang, Fehler führen zum Ausscheiden. Mit Sternen als Zählweise, klaren Hausregeln und Varianten wie King of the Table bleibt das Spiel auch bei gemischten Spielstärken spannend.
Auch interessant
Quellen
- Rundlauf-Aktion (Hessischer Tischtennis-Verband, httv.de)
- TableTennisCoaching.com: Blogbeitrag zu Tischtennis-Gruppenspielen
- ITTF Handbook: Laws of Table Tennis (Ball 2.3, Return 2.7, Let 2.9)
- Table Tennis England: Playing Grades and Space Requirements
- Grundlagen Tischtennis (Bundesamt für Sport BASPO, mobilesport.ch)
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